Erzählräume gestalten: Narrative Design-Ansätze für Innenräume
Was bedeutet Narrative Design im Interior?
Vom Grundriss zum Plot
Wenn wir einen Grundriss als Plot lesen, verwandeln sich Wege in Handlungsbögen und Zonen in Charaktere. So entsteht ein Raum, der intuitiv verständlich wirkt und Erlebnisse sinnvoll miteinander verknüpft.
Motive, Metaphern, Materialität
Materialien sprechen: Stein erinnert an Beständigkeit, Messing an Wärme, Glas an Offenheit. Über Metaphern, Farben und Muster formen wir Botschaften, die Bewohner und Besucher unbewusst dekodieren und emotional verankern.
Methodik: Storyboarding für Wohn- und Arbeitsräume
Personas und Alltagsszenarien
Wir beginnen mit Personas: Wer nutzt den Raum, mit welchen Bedürfnissen, zu welchen Tageszeiten? Aus realen Gewohnheiten leiten wir Szenarien ab, die Prioritäten klären und spätere Entscheidungen wirkungsvoll fokussieren.
Sequenzen und Übergänge
Ankunft, Schwelle, Ankommen, Vertiefen: Gute Übergänge sind wie Kapitelwechsel. Akzentlicht, Materialwechsel und Blickachsen strukturieren die Abfolge, sodass jeder Schritt logisch wirkt und die Orientierung spielerisch leicht fällt.
Prototypen, Moodboards, Iteration
Greifbare Prototypen, haptische Muster und Lichttests reduzieren Ungewissheit. In schnellen Schleifen prüfen wir, ob die beabsichtigte Geschichte verstanden wird. Teilen Sie Ihre Lieblingsmethoden – welche Tools helfen Ihnen beim Entscheiden?
Multisensorik: Erzählen mit Licht, Klang und Temperatur
Licht setzt Pausen, betont Protagonisten und lenkt den Blick. Warmes Licht lädt ein, gerichtete Spots erzählen Präzision, diffuse Flächenhelligkeit beruhigt. Dimmbare Szenen erlauben es, je nach Kapitel die Tonlage zu wechseln.
Multisensorik: Erzählen mit Licht, Klang und Temperatur
Textilien, Holzlamellen und Zonierung regulieren Nachhall. Ein leiser Arbeitsbereich erzählt Konzentration, ein lebendiger Treffpunkt klingt offen. Stimmen und Geräusche werden so zu Nebenfiguren, die Dialoge möglich machen.
Nachhaltige Narrative: Sinn stiften statt nur stylen
Wiederverwendete Türen, upgecycelte Fliesen oder reparierte Lampen tragen Spuren früherer Kapitel. Kennzeichnen Sie Herkunft und Transformation, damit Nutzer die Reise verstehen und Wertschätzung für langlebige Entscheidungen entwickeln.
Wayfinding: Besucherreisen in öffentlichen Innenräumen
Narrative Leitsysteme
Piktogramme, Farben und Typografie bilden eine visuelle Grammatik. Konsequent eingesetzt, erzählen sie Richtung und Funktion ohne Worte. Kleine Wiedererkennungszeichen helfen, auch in komplexen Gebäuden Sicherheit zu vermitteln.
Raumsequenzen mit Cliffhangern
Gezielte Ausblicke, Rahmen und Lichtinseln erzeugen Neugier. Man ahnt das Nächste, ohne es vollständig zu sehen. Diese Cliffhanger motivieren Bewegung und machen die Erkundung zu einer spannenden, aber klar geführten Reise.
Barrierefreiheit als Inklusivstory
Taktile Leitstreifen, kontrastreiche Kanten und klare Akustik sind narrative Werkzeuge. Sie erzählen: Hier bist du gemeint. Teilen Sie Beispiele, wo inklusive Gestaltung nicht nur korrekt, sondern wirklich berührend gelungen ist.